Dienstag, 19. September 2017

Joey Kelly - "Hysterie des Körpers"

Joey Kelly wurde ab den 80-er Jahren bekannt und berühmt als Sänger und Guitarrist der "Kelly Family". Nach dem Tod des Vaters wurde er Geschäftsführer des zeitweise auf mehrere hundert Mit-

arbeiter angewachsenen "Kelly Family"-Unternehmens. Seit gut 15 Jahren tritt Joey K. vor allem als Exptremsportler in Erscheinung. In dem Buch "Hysterie des Körpers" beschreibt er die Grenzerfah-rungen, die er seinem Lauf bzw. Marsch von Wilhelmshafen bis zur Zugspitze (zu Fuß auch auf den Gipfel!) verdankt. Das Ganze in 3 Wochen! Bei dieser Rekordleistung für die knapp 900 Kilometer bewältigte er täglich im Schnitt eine Strecke, die größer als die Marathon-Distanz ist. Erschwerend kam hinzu, daß er ohne Geld und Lebensmittelvorräte lief bzw. marschierte. Er ernährte sich ausschließlich von dem, was er am Weg fand. Er schlief auf einer Plastikplane... Begleitet wurde er von einem Fernseh-Team, das über GPS die jeweilige Lauf-Position erfuhr und ihn ein paar mal besuchte, um zu filmen. °°° Auf den gut 200 Seiten beschreibt Joey Kelly die Vorbereitungen zu seinem Ultralauf sowie einzelne Etappen und was er dabei erlebt, wie er seine Umgebung wahrnahm usw. Zwischen die Kapitel sind Erzählungen über die Geschichte der Kelly Family eingebaut. Das gefällt mir sehr gut. Ich habe mich noch nie für einen Sportler oder Musiker interessiert, ohne Neugier auf den Menschen bzw. die Persönlichkeit, die hinter besonderen Leistungen steckt. Ich bin fasziniert. "Hysterie des Körpers" ist kein literarisch besonders ausgefeiltes Buch, aber gut lesbar geschrieben, spannend und sehr informativ. Ich kann dem Autor und Sportler nur meinen größten Respekt zollen.  
                                                                °° RS °°  

Samstag, 9. September 2017

GG Allin

Habe mir ein paar You Tube-Videos von GG Allin (Kevin Michael Allin) angeschaut, einem us-ame-rikanischen Anarcho-Freak-Performer-Musiker und Krachmacher. Dem Punk (1956-93) ging es offensichtlich darumn, alle erdenklichen Tabus zu durchbrechen und sein Publikum und alle, die ihn kannten, zu provozieren. Das gelang ihm, folgt man diesem und anderen Videos, insgesamt ganz gut. Er verherrlichte Gewalt und Sex, auch gewaltsamen Sex, er griff Leute aus dem Publikum tätlich an, er tanzte und tobte nackt auf der Bühne, teilweise stark blutend, da er sich selbst verletzte; er soll sei-

                         
ne eigenen Fäkalien verspeist haben. Habe ich irgendwas vergessen? Ach ja, er spielte sich als Diktator auf. Er lehnte die bürgerlichen Moralvorstellungen und Besitzdenken ab, auch Liebe --- Also ein ziemlich bemerkenswerter Typ. Als KÜNSTLER, so meine ich, kann man eine ganze Menge machen ...
Aber: Ich habe ein dickes ABER... Viele seiner exzessiven Äußerungen passierten aufgrund der Einnahme von harten Drogen und Alkohol. Es gibt nur ganz wenige Künstler-Genies wie William Burroughs, jenen amerikanischen Schriftsteller, der trotz jahrzehntelanger Heroinabhängigkeit ein groß-artiges Werk erschuf - d.h. etliche total spannende und literarisch herausragende Bücher schrieb. 
GG Allin ist an Drogen-Konsum zugrunde gegangen - starb 4 Tage nach dem obigen Interview.
Vielleicht ist der Ausdruck "Anarcho" nicht präzise: Er lehnte sich gegen politische Herrschaft und die Normen der us-amerikanischen Gesellschaft auf - wollte aber selber Macht über andere, nutzte auch die Macht, die er faktisch -bei Konzerten zB- hatte. 
Allin sagte von sich, daß er "die Gefahr zurück in den Rock'n Roll" holen wolle. 
Ein bemerkenswertes Statement. 
Der Künstler-Musiker-Provokateur bietet ein nicht alltägliches Bespiel für einen, der den großen Aufstand gegen die Gesellschaft und ihre Moralvorstellungen wagte.
Heute tourt sein Bruder mit der Band "Murder Junkies" durch die Lande und spielt u.a. Songs von GG.  °° DeeDee Ramone stand mit den Murder Junkies zeitweise auf der Bühne ... 
                                                                                                                                          °° RS °°

Donnerstag, 7. September 2017

"Muß man denn ins Ausland reisen?"


 

Meine Vater mochte diesen gutartigen Spott und Kritik "durch die Blume".
Wir reisten in den 50-er und 60-er Jahren zwar mehrfach nach Österreich, Italien und der Schweiz. Aber meine Eltern bewahrten sich ihr Leben lang eine Liebe für deutsche Landschaften und Regionen.
         Otto Reutter (1870-1931) war ein Meister der Couplets, jener mehrstrophigen witzig-zweideutigen, politischen oder satirischen Lied mit markantem Refrain. "In der Musik bezeichnet das Couplet außerdem die Strophenteile eines Rondos, die sich mit dem wiederkehrenden Refrain oder Ritornell abwechseln." (Wikipedia)
                        °°RS°°                       

Dienstag, 5. September 2017

die PARTEI übernimmt AFD-Seiten bei facebook

Eine kleine Sensationsmeldung: Der PARTEI gelang es, auf Facebook 31 Seiten von AfD-Fans zu kapern, d.h. die Admin-Posten zu übernehmen. 
Ich bin "Sympathisant", werde bei der Alternative für Deutschand bei der BuTa-Wahl mein Kreuzchen machen. Trotzdem hält sich mein Ärger über diesen Coup in Grenzen. Man sollte die Sa-


che von der sportlichen Seite sehen. 1:0 für die PARTEI! Aber: erstens wird dies nicht den Einzug der AfD in den Bundestag verhindern, zweitens kann die Alternative f.D. daraus lernen. °° Jetzt wäre zu beobachten: Schmeißen PARTEI-Admins nun Gruppen-Mitglieder raus? Oder löschen sie bestimmte Beiträge?:: Verhalten sie sich demokratisch - oder, wie Antifa, total intolerant und selbst-herrlich?! Sich zu sorgen, daß die betroffenen Seiten an die Amadou-Stiftung oder andere Bespitzelungs-Institutionen gemeldet werden, braucht man nicht. Die haben sowieso ALLES, was irgendwie mit der Alternative f.D. zu tun hat, im Visier. °°°
Hey Ho, let's go!
                                   °° RS °°

Querkopf # 235

Die Zeitung QUERKOPF ist ein Mitbringsel aus Solingen. Ich erstand das Heft von einem Straßen-verkäufer. 24 S. A4-Format, schwarz-weiß-Druck, billiges Papier; ein Dutzend Grafiken-Cartoons-



Coverbild. °° Es geht los mit einer Auflistung der Artikel und sonstigen Inhalte; darauf folgt ein Kommentar zum Cover. Ich zitiere: "Kunst ist immer epochal und zeitgenössisch. Speziell die Malerei, wenn sie ähnlich wie die Fotografie Personen eines vergangenen Zeitalters abbildet". Statt (wenigstens) den oder die Maler-in beim Namen zu nennen, werden Triviales und Platitüden aneinandergereiht. Der erste längere Artikel trägt die Überschrift "BGE oder Barbarei". Wollen der/die Autor_in dem Leser allen Ernstes weismachen, OHNE BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen werde die Gesellschaft in die Barbarei abgleiten? Der/die anonyme Verfasser_in beruft sich auf den Hamburger Wirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar. Der nächste Artikel ist ein Nachdruck eines Artikels aus der Zeitung Neues Deutschland und berschrieben "Mehr Rentner überschuldet". Der dritte Artikel geht über das Thema "Volkswagen" und moniert, daß die Bundesregierung trotz aller Betrügereien dem Konzern die Treue hält. Auch "Mindestlöhne in der EU" ist anonym verfasst. Der nächste Artikel "Arme Beschäftigte" ist ein Nachdruck aus "junge welt" v. 07.07.2017; die Autorin Susan Bonath wird genannt. Von der Frau ist noch ein weiterer Artikel abgedruckt über Hartz IV, Titel "Unters Minimum gedrückt". Ein Artikel über "Kinderarmut" schließt sich an. Und weitere Texte, die Armut und Ungerechtigkeiten anprangern.
Mein Gesamteindruck: - bin total enttäuscht. QUERKOPF ist von A bis Z politisch korrekt. Bei immerhin drei Artikeln werden die Autorinnen namentlich genannt - ansonsten ist das Heft anonym verfasst. Glaubt die Redaktion, daß die Texte so gefährlich sind, daß deren Autorinnen vor dem Verfassungsschutz abgeschirmt werden müssen? Hier wird weder zum Umsturz aufgerufen noch werden Anleitungen zum Bau von Brandsätzen gegeben noch irgendwelche staatlichen Organe oder deren Vertreter verunglimpft oder beleidigt. 
Aus Hamburg kenne ich ein wesentlich besseres Heft, das auf der Straße verkauft wird. Es heißt hinz&kunzt. Es ist für mich deshalb "besser", weil es mich, durch die Schilderung von Einzelschicksalen, persönlich anspricht. In diesem "Querkopf" wird, ideologisch einseitig, Agitprop betrieben. Was ist daran "quer"? Zeile für Zeile entspricht der herrschenden Political Correctness - niemand tanzt hier aus der Reihe. Was ist denn hier "kritisch"? Sämtliche Beiträge entsprechen SPD-Die Linke-Grünen-Positionen.
Ein insgesamt trauriges, armes Produkt - wobei ich die namentlich genannten Autorinnen von zuvor anderswo abgedruckten Artikeln von meiner Kritik ausnehme. Ich vermute nämlich, daß sie ihre Aufsätze kostenlos zur Verfügung stellten. Das ist aller Ehren wert.
Aber sonst .... ??? °°° ... 
Linker Konformismus ...
GÄHN .....  
                              °° RS °°

Montag, 4. September 2017

Xantener Dom

Es ist ein erhabenes Erlebnis, aus der Betriebsamkeit + lauten Gigantomanie Hamburgs in die Stille


des Xantener Doms (Niederrhein) einzutauchen. Hier kommen die Gedanken zur Ruhe. Ich staune

 
und bin angenehm berührt. Kultur entwickelt sich über Jahrhunderte und ist mehr als Happyness und

Konsum. °° Mir liegt die katholische Kirche mit ihren Farben, Formen und Pracht mehr als die ver-


härmte Bescheidenheit der evangelischen Glaubenshäuser. Nur: Zu oft darf ich diesen Dom nicht


besuchen. Es soll etwas BESONDERES bleiben,  diese meisterhaft gestaltete  Kunst und Verehrung


zu atmen.
                        °° RS °° 

 


Freitag, 1. September 2017

Moulin Rouge - Mantovani und sein Orchester


                      
"wunderschön" - um es mit einem etwas abgedroschenen Ausdruck zu sagen.
Diese Klänge aus dem Musical "Moulin Rouge", vertont von Mantovani, sind mit meine ersten Erinnerungen überhaupt. In den frühen 50-er Jahren. Da kommt Wehmut auf ---
Ein Zauber, der beim Anhören wieder zu spüren ist ... 
Wir hatten ein altes schwarzes Radio und die Musik half, um glücklich zu sein ...
                                                                                                                                       °° RS °°