Montag, 24. Juli 2017

Betreutes Denken

Früher (in den 70-er und 80-er Jahren) war für mich selbstverständlich, daß eigenständiges, kritisches Denken eine Sache der "Linken" war: Kritische Theorie, marxistische Gesellschaftstheorie, Autonomes Reflektieren usw. --- "Rechte" waren für mich generell eher oberflächlich, "politisch" auf Stammtisch-Niveau, Nachplapperer von politischen Phrasen. Mittlerweile haben sich die gesellschaftliche Situation wie auch meine Haltung verändert: "Links" sein heißt heute, konform zu gehen mit dem Mainstream, "Links" sein bedeutet Political Correctness, "Links" sein bedeutet, sich Denkvorschriften zu unterwerfen und linken Phrasen und Ideologismen hinterher zu laufen.
LKR bedeutet übrigens "Liberal-konservative Reformer". Mit dieser Mini-Partei habe ich "nichts am Hut", aber ich bedanke mich für den witzigen+wahren Spruch. Danke für die Anregung, LKR!

Donnerstag, 20. Juli 2017

Ist der Mann gefährlich?

Der Mann sieht gut aus, ist 32 jahre jung und outet sich als "homosexuell, rechtsradikal und katholisch". Eine ungewöhnliche Mischung. Yiannopoulos provoziert um (beinahe) jeden Preis. Er hat etwas gegen Genderisierung, gegen Hillary Clinton und die Gleichmacherei der Linken. Da stimme ich überein; auch ich mag keine Gleichmacherei, hasse den Zwang zum Konsens. M.Y. ist in den USA ein Polit- und Pop-Star, dessen Auftreten an Uni-Colleges mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte. °° Gibt es vergleichbare Leute in Deutschland? Bekennende Homosexuelle gibt es auch unter Rechtsradikalen, aber eher selten (Michael Kühnen war einer). Das rechte Volk ist, von Ausnahmen abgesehen, in Deutschland eher gegen Schwule. Also wird in der hiesigen rechten Szene wenig Aufhebens davon gemacht. °°  Wenn Yiannopoulos weiter so macht, d.h. Linke provoziert, gegen Feminismus lästert, Frauen als blöde vorführt, Trump lobt u.ä., dann könnte er eines Tages von einem Attentäter getötet werden. Wenn er überlebt, könnte er aber das kulturelle Selbstverständnis des Durchschnittsamerikaners dauerhaft verändern. Es bräuchte jedoch Zeit. Er müsste dann mehr tun als provokant zu posen, political correctness lächerlich zu machen und auf dem Schachbrett der Polit-Szene überraschende Züge zu vollführen. Man kann damit Siege einheimsen, aber die Gegner lernen mit und können-werden einen ungewöhnlichen Mann irgendwann klein kriegen. Spielend. Mit den eigenen Waffen schlagen. Warten wir ab. 
Vielleicht geht es M.Y. aber mehr um materiellen Reichtum und Geld als um Ruhm + Ähnliches?
                                                                                                                         
                                                                                                                                    °° RS °°  

Dienstag, 18. Juli 2017

Happy birthday, Sönke!

Sönke Frese hat heute Geburtstag. Ich kennen Sönke seit knapp zwei Jahren. Persönlich.
Wir sehen uns zwei- bis dreimal pro Woche.
Inzwischen bin ich mit Sönke auch per Facebook befreundet.
Ich schickte ihm mehrere Postings anläßlich seines Jubiläums.
Was macht Facebook? Blockiert die meisten dieser Grüße als SPAM. 
Weder sind die von mir  versendeten Video politisch gefährlich noch untergraben sie die herrschende Moral. Ich verstehe: Aufgrund des neuen "Netzwerkdurchsetzungsgesetz"es ist Facebook mehr als bemüht, den Zensur-Richtlinien zu entsprechen. Offenbar muß eine Quote erfüllt werden, um den Oberzensor Maas zufrieden zu stellen. 
Danke, Herr Justizminister Maas! Sie schaffen es mit Ihren Gesetzen und Richtlinien, syste-matisch Mißtrauen und sozialen Unfrieden zu schüren.
--- Sosehr ich mich freue, über Facebook Videos, Texte usw. posten zu können - ich hoffe, daß FB sich überlegt, ob seine Maßnahmen in der Folge des "Netzwerkdurchsetzungsgesetz"es angemessen sind. 
Schon mehrfach wurden Posts von mir als "Spam" markiert, auch an andere Freunde und Freundinne, zB an Odette el Ibiary, die ich seit ungefähr 10 Jahren persönlich kenne. 


                                                                                °° RS °°

Montag, 17. Juli 2017

Bertold Brecht - Guter Rat!


Ich bin kein großer Brecht-Fan - aber in diesem Fall dem Dichter dankbar für seinen Spruch. ...
                       
                                                           °° RS °°
                                         

Dienstag, 11. Juli 2017

Sie nennen sich "Schwarzer Block"

                           
Das Filmchen ist schon mehr als 4 jahre alt. Ich poste es hier erneut, aus aktuellem Anlaß.
Diese Leute demonstrieren für sog. "politische Ziele", und zeigen sich öffentlich - wollen aber nicht fotografiert werden. Da geht's schon los. Sie gehen Bürgern auf die Nerven, denn ihretwegen werden Straßen gesperrt. Das interessiert sie aber nicht - im Gegenteil. Sie WOLLEN nerven. Sie pochen auf ihr "Recht". Sie nennen es "Recht auf Stadt". Sie sind GEGEN freie Berichterstattung. Anwohner sollen sie um Erlaubnis fragen, wenn sie sie filmen wollen. Da ich das Auftreten dieser Leute für unverschämt hielt, ließ ich mich nicht vom Filmen abbringen. Damit mein Video nicht aus dem Verkehr gezogen würde, machte ich die Gesichter unkenntlich.
Ich hielt und halte "Schwarzer Block"-Demonstranten für unglaubwürdig - was ihre Motive betrifft. Hier sind Leute, die eine Show abziehen. Linksradikale Narzisse. Ich hatte mit einigen über ein Veddel-Wilhelmsburger Netzwerk lose zu tun. Sie verstanden es, einen "sympathischen Eindruck" zu machen. Dieser Eindruck verflüchtigte sich jedoch schnell, als ich ins Gespräch kam. Sie hielten politisch Andersdenkende für dumm oder einfach "Nazis". Sie wollten keinen Gedanken-Austausch - sie wussten scheinbar alles besser. Ich habe nichts gegen Revolutionäre, die sich auf die Seite der Bevölkerung stellen und den Schwachen, Ausgegrenzten helfen. Davon kann hier aber keine Rede sein.
Die vom "Schwarzen Block" initiierten Störungen und Gewaltaktionen auf dem Hamburger G20-Gipfel waren eine logische Folge vieler vorangegangener kleinerer Auftritte und Randalen. Ein Stadtteil und seine Bürgerinnen in der Hand durchgeknallter Gäste, die als Okkupanten auftraten und in faschistischer Manier die "Macht des Stärkeren" durchsetzten.
       Und jetzt?
                                                                                                                    °° RS °°

Samstag, 8. Juli 2017

G20 - Danke, Hamburger SPD!


Gab es zu Hans Albers Zeiten Schläger-Banden, die durch die Straßen zogen und Scheiben einwarfen und Autos anzündeten? In Geschichtsbüchern liest man von SA-Trupps (SA = Sturm-Abteilung). Das waren Nazis, politisch "rechts" stehende Aktivisten.


Dir Durchgeknallten, die randalierend u.a. durch Altona und die Elbchaussee zogen und an diesem Wochenende wohl noch mehr Schaden anrichten werden, sind dem linken Spektrum zuzuordnen. Sie protestieren nicht gegen G20, um ihre politische Meinung kundzutun; ihnen geht es darum, Autos anzuzünden, Parolen zu schmieren, Fensterscheiben einzuwerfen und Angst zu verbreiten.


Die Ausschreitungen werden Bürgerschaft und Senat noch ein paar Wochen beschäftigen, dann wächst wieder Gras über die Angelegenheit. SPD, Grüne und Teile der CDU werden sich wieder konzentriert dem "Kampf gegen rechts" zuwenden. Denn von dort droht angeblich die größte Gefahr für Demokrtie und Gesellschaft. Dahinter sehe ich vor Allem die Sorge der etablierten Politiker, daß sie ihre Posten und, damit verbunden, Einfluß und macht verlieren könnten.
Das verlogene Theater wird weitergehn wie zuvor.
Die ALTERNATIVE - sind wir. Menschen mit unterschiedlichem politischen Bewußtsein, "rechts" oder "links" orientiert, die aber vereint, daß sie spüren, wie falsch und heuchlerisch die Politik der erwähnten Parteien ist.
                                                                                        °° RS °°                             

Freitag, 7. Juli 2017

Euer G20 - die SPD sagt "Welcome"

                            
Natürlich hätte man diesen Gipfel auch anderswo, zB auf einem Flugzeugträger, durchziehen können. Flugzeugträger sind elektronisch, technisch, militärisch so hochgerüstet, daß jedes Flugzeug im Umkreis von 1000 km und mehr vom Radar erfasst und auf den Meter genau geortet und ggfs. abgeschossen werden kann. Ähnliches gilt für Drohnen. Auch U-Boote haben keine Chance gegen einen Flugzeugträger. Selbst wenn der IS sich unter Wasser begibt.
Es sollte anders sein.
Hamburg wurde auserkoren - und Bürgermeister Scholz sagte gleich "JA!", als er gefragt wurde, ob man den Gipofel in der Hansestadt austragen könne. Die Hamburgter SPD mit Herrn Scholz ist so macht- und prestige- und imagegeil, daß sie nicht genug davon bekommen kann, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Dafür werden 800 Millionen für einen Konzertpalast aus dem Fenster geschmissen, auch die IBA war nicht billig, und die igs fuhr, innerhalb einen halben Jahres, ca. 18 Millionen € Minus ein. Alles für die Imageverbesserung der Stadt! Auch lächerliche 85.000 € für die Vergoldung einer Häuserfassade auf der Veddel. Alles dafür, daß sich die Polit-Schickeria gegenseitig auf die Schultern klopfen, beim Sekt einander zulächeln, im Spiegel bestaunen und auf den eigenen Bankkonten fette schwarze Zahlen lesen kann. Die eigene Karriere, viel Geld und Bestätigung eitler, größenwahnsinniger Phantasien - in diesen Punkten sind Scholz + Co. mal wieder ein gutes Stück weiter gekommen.
Die Randale - war vorhersehbar. Autos anzünden, blindwütige Zerstörungen, Plünderungen --- kamen nicht überraschend. Die Polizei war gut vorbereitet. Auch ein großer Teil der Journalisten war gut vorbereitet. Mit Rechtfertigungen und Ideologismen. Darin sind vor allem Grüne und Linke groß. In der ihnen eigenen Logik warfen und werfen sie der Polizei vor, die Demo-Situation beim "Welcome to hell"-event eskaliert und die Demonstranten dazu provoziert zu haben, in größeren Gruppen randalierend und zündelnd durch die Straßen zu laufen. Als ob es sich bei den schwarz vermummten Bubis und Mädels um Roboter handelt, die nicht anders können, als kurz und klein  zu schlagen und anzuzünden, was ihnen zufällig vor die schwarz drapierten Revoluzzer-Näschen gerät.
Die Polizei hat anstrengende Tage.
Derweil vergnügen sich Politiker und ihre Zuträgerinnen und beschließen, über die Köpfe großer Teile der Bevölkerung hinweg, was sie für opportun, die eigene Karriere befördernd und gut für ihre Macht halten. 
Momentan ist wenig Fußball im Fernsehen. Live-Streams von Randale haben aber auch großen Unterhaltungs-Wert. Da können wir alle Schiedrichter und Trainer spielen. Rechtsaußen wird mit Steinen angegriffen - der Gegner hält dem Druck mit Wasserwerfern stand. Böller fliegen, Barrikaden werden errichtet und angezündet. Ist doch unterhaltsam, oder?!! Decken wir uns mit Bier, Salzstangen und Knabberzeug ein. 
Das G20-event ist noch nicht vorbei! 
                                                                                                                      °° RS °°

Mein G20 Hamburg

"Erst die Arbeit, dann das Spiel" lautet das oberste Gebot, das ich als Kind bezüglich meiner Pflichten lernte.  
Am ersten straighten G20-Tag führte mich mein Weg nach Stellingen, bequem mit dem Bus, um dort meinem Broterwerb nachzugehen. Der Rückweg war umständlich: Der 281-er fuhr nur bis Hagenbecks Tierpark; dort stieg ich in den 181-er um, der mich zum Eppendorfer Weg brachte. Von dort bis zur Gärtnerstraße waren es nur ein paar Minuten.
In der Gärtnerstraße zählte ich eine Stunde lang Polizei- und Feuerwehr-Autos: Von 14:35 bis 15:35 fuhren dort 21 x blau- bzw. grün-weiß sowie in rot lackierte Spritfresser, überwiegend mit Sirenengeheul, an mir vorbei - insgesamt zählte ich 68 Fahrzeuge.



Abends endlich das ersehnte Spielen, genauer: Ich ließ spielen. Ich musste nur ein paar Tasten an meinen Computer betätigen, schon hatte ich den schönsten Live-Stream von der Demo "Welcome to Hell". Als junger Mann wäre ich dort selber aufmarschiert, um meine Verzweiflung, Wut und ideologischen Phrasen zum Ausdruck zu bringen. Diesmal machte ich es mir, feist in der ersten Reihe vor mei'm PC auf Sensationen lauernd, gemütlich. Die Demo war wie Karneval, nur nicht so lustig. Die Polizei machte den Schwarzgekleideten mit ihren Ray Ban-Brillen und chicen Sturmhauben einen Strich durch die Rechnung. Wasserwerfer und Reizgas trieben die unartigen Enkel von Karl Lagerfeld Straßenbefestigungen und höher gelegene Wege hinauf. Ich wartete auf "besonders schwere" Zwischenfälle, wurde aber enttäuscht. °°° Insgesamt war es amüsant. Ich hatte mir aber auch redlich verdient, Spaß zu haben. 
Der Ernst des Lebens lauert ständig. Überall. Machen wir was draus - und sei es, daß wir Löcher in den Käse schneiden.  
                                                                                                                   °° RS °° 
                                                                                                                              

Donnerstag, 6. Juli 2017

P.J. Proby "Let the water run down"

                          
Bobby Darin sang mit honigsüßer Stimme vom "Blue velvet", die Beatles wurden für "Yesterday" fast heiliggesprochen, "You are my special angel" gabs in diversen Ausführungen (am besten gefiel mir die von den Vogues) etc etc. Es gab etliche sehr gute Sänger in England und den USA.
P.J. Proby fiel Mitte der 60-er Jahre durch exzentrische Bühnen-Shows auf. Er trug hautenge Hosen, die bei den Auftritten platzten. Das war damals skandalös. Proby wurde von anglischen Radio-Sendern boykottiert. Der Mann hat(te - er lebt noch, wird im nächsten Jahr 80) eine starke, große Stimme, einem klassischen Sänger ähnlich; manches klang auch wie Elvis Presley. Aber da waren noch andere, schrägere Songs, allen voran "Let the water run down", sehr auffällig durch den rauhen Country-Rhythmus und schrillen Backgroundgesang. Der Song schaffte es im Sommer 1965 knapp in die britische Top 20.    °° RS °°

Lesung beim Taschentuchbaum

Im Hamburger Stadtpark steht unweit vom Planetarium ein Taschentuchbaum, ein exotisches Gewächs aus Pakistan, in voller Blüte. Unter dem Motto "Weltpoesie ist Weltversöhnung" lasen am gestrigen Donnerstag dort Peter Schütt und Gudrun Egner Gedichte.


Aufgrund des G20-Gipfels war die Anreise erschwert - ein Gast wurde bereits in Lüneburg (!!) an der Weiterfahrt nach Hamburg gehindert. Ich wäre normalerweise mit dem Bus in 10 Minuten am Stadtpark gewesen. Für zwei Fußwege und U-Bahn brauchte ich erheblich länger. Unser Kreis war 

klein, aber fein.  °°° Poesie und Kultur brauchen Rahmenbedingungen - und die waren hier gegeben. 


Anschließend gings noch in ein Restaurant.


                                                                                                                    °°° RS °°°