Samstag, 17. März 2012

W.I.R. März-April 2012


24 Seiten A4 Vermischtes = Werbung, Kritik, Programm, Soziales, Fotos, Veranstaltungshinweise etc. aus und über Wilhelmsburg. * S. 3 „Kein Dokumentationszentrum im künftigen Energiebunker“. Die Wilhelmsburger Geschichtswerkstatt erforschte „in dreijähriger Arbeit“ die Geschichte des Bunkers, besuchte Vergleichsbauwerke und Gedenkstätten in anderen europäischen Ländern + erarbeitete schließlich in Zusammenarbeit mit der IBA (!) und anderen Institutionen mehrere Kon-zeptvarianten für ein Doku-Zentrum. Anscheinend vergebens. Na und?! Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Die Wilhelmsburger Geschichtswerkstatt, mit eigenen Räumen in der HoFa, ist ein top-finanziertes, seit x Jahren von allen Seiten bestens unterstütztes und finanziell ausgestattetes Vorzeige-Projekt. Leider enthält der Artikel keine Auflistung der Gelder und Projekte, die allein in den letzten 3 Jahren geflossen sind, und zwar nicht nur für Material und Miete, sondern auch für feste MitarbeiterInnen und Honorarkräfte. Da kann ich nur, nicht ganz ohne Neid, feststellen: Je mehr Gelder in der sog. „soziolulturellen Szene“ fließen, desto mehr wollen die Begünstigten bekommen und desto weniger interessierte es sie, ob und wieviel andere bekommen. * S. 5 Pastor Henatsch bekundet seine Meinung zum Tod von Chantal, der wochenlang die Gemüter erregte und einen gigantischen Medienrummel entfachte. Der ganze Artikel ist eine einzige Nebelkerze, eine Wolke aus Blabla und kalkulierter Nachdenklichkeit. Henatsch drückt auf die Tränendrüse. Angeblich habe der Tod Chantals auch das Leben der Pflegeeltern zerstört. Was für eine seltsame Behauptung! Jeder, der mit der Problematik schwer Drogenabhängiger etwas vertraut ist, weiß, daß da schon vorher etwas zerstört wurde. Die Frage ist, wieso diesen Menschen, die schon schwer genug an ihrer eigenen Geschichte zu tragen haben, Kinder anvertraut werden, OHNE ihre Befähigung dazu eingehend zu prüfen. In Deutschland ist es so: Für jeden Scheiß braucht man einen Kurs, Prüfung etc. Ob man angeln, Auto oder Moped fahren, zur Jagd gehen will etc. Nur für die Erziehung eines Kindes, das eine ungleich schwierigere und verantwortungsvollere Aufgabe dar-stellt als einen Karpfen aus dem Wasser zu holen oder ein Karnickel umzulegen, braucht man keine besondere Ausbildung oder Abschlußprüfung. Die Gründe liegen auf der Hand. Einer davon: Es geht um VIEL Geld. Die Unterbringung eines Pflegekindes in einer Familie kostet den Staat (+ Steuer-zahler) pro Monat ca. 750-800 €, die Unterbringung in einem Heim dagegen ca. 4000 €. Kein Wunder, daß Behörden es eilig haben, möglichst viele Kinder in Familien zu vermitteln. Kein Wunder auch, daß es neben sehr guten Pflegeeltern auch solche gibt, die vor allem das Geld im Visier haben. – Zurück zu Henatsch. Warum möchte er partout nicht, daß die Schuldfrage im Zusammenhang mit dem Tod der 11-jährigen Chantal so nachhaltig gestellt wird? Warum erteilt Herr H. in weinerlichem Ton quasi eine General-Absolution? Ich vermute: Zum einen, um sich als Pastor ins Spiel zu bringen. Zum anderen, um davon abzulenken, daß er womöglich selber Fehler gemacht hat. Er war es schließlich, der der Pflegemutter in seiner AIW eine Festanstellung gab und den ebenfalls drogenabhängigen Pflegevater in der Vereinsvorstand wählte. Damit war keine böse Absicht verbunden, aber: Hier zeigte sich, wieder einmal, die Ahnungslosigkeit und Blindheit des Pastor Henatsch. Er mag die Bibel aufmerksam gelesen haben – von Menschenkenntnis hat er keine Ahnung. * S. 7: Er werden wieder Bäume gefällt, wieder für IBA und Gentrifizierung. Michael Rotschuh machte Aufnahmen VORHER und NACHHER. Solche Fotos bewirken oftmals mehr als Seiten vollgeschriebenen Papiers. * www.inselrundblick.de * *R.S.*

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